Wasser von oben, einmal oder zweimal

 

– Osco – Anzonico –

Bis Mitternacht war noch viel los im Ristorante, in der Gaststube, auf der Boccia-Bahn hinter und der Terazza vor dem Haus. Unser Zimmer ging auch nach vorne, aber ich sage dazu nur: Ohro-Pax. Und gegen das Licht der Strassenleuchte, das direkt in unser Zimmer schien half meine Schlafmaske.

Das Frühstück heute morgen ist typisch italienisch: starker Kaffee, ein Croissant mit süsser pudding-Füllung und Weißbrot mit Butter und Marmelade. Nachdem Rainer meckert , bekommen wir noch jeder einen dicken Kanten leckeren Käse.

Nach kurzer Aufwärmphase geht es gleich richtig ins Gelände, steil rauf und runter. Zusätzlich war der Weg besonders felsig, so daß das Gehen, besonders anstrengend und fordernd ist. Schnell tuen mir die Knie weh, besonders das linke. Doch die teilweise sehr steil abfallenden Abhänge neben sehr engen Wegen fordern weiter meine volle Aufmerksamkeit. Nebenbei merke ich, dass mich die Höhe lange nicht mehr so schreckt wie zu Anfang. Ich trete auch schon mal bis knapp an die Kante, vor kurzem noch undenkbar. Reine Gewöhnungssache.

Unterwegs treffen wir einen schwyzerdytschen, sehr netten und mitteilsamen „Althippie“. Er ist viel unterwegs in den Bergen und hat alte, teilweise vergessene Wanderwege erkundet und hat sie auf eine Internetseite gestellt. (Folgt eventuell später an dieser Stelle).

Es ist jetzt Mittagszeit und es wird an allen Ecken und Enden grilliert, was auch in der Schweiz ein Volkssport zu sein scheint.
Vor dem letzten, dem dritten Anstieg machen wir dann auch unsere Mittagspause an einem tollen Wasserfall. Zuallererst gibt es für mich eine besondere Belohnung. Schnell bin ich ausgezogen und in den kalten Fluten untergetaucht, herrliche Abkühlung. Dann entdecke ich noch ein weiteres Bassin direkt unterhalb des Wasserfalls und da kann ich dann auch noch ausgiebig duschen. Ein besonderes Erlebnis für mich!
Rainer ist bekennender Warmduscher und kann nur mit dem Kopf schüttwln, streckt dann aber doch noch seine Füsse hinein. Anschließend legen wir uns in die Sonne und essen unsere mitgebrachten Speisen (Reste) und genießen die Zeit. Ein Schmetterling genießt den Schweiß auf meinem Stirntuch und läßt sich deshalb ausgiebig und nah fotografieren.

Schließlich müssen wir doch weiter und gehen den letzten Anstieg an, der sich noch lange hinzieht. Teilweise auf Asphalt, teilweise wieder im Wald auf steinig-felsigem Untergrund. Einen kurzen Teil des Wegs trennen wir uns auch, da Rainer mit seinem Wagen zum Schluß doch geteerte Wege vorzieht.

Um 15 Uhr kommen ich schließlich in Anzonico an und beziehe schon mal unser Zimmer, das leider praktisch im Tiefparterre liegt und sehr klein ist, dafür ist Toilette und Dusche im Zimmer hat. Rainer kommt kurz darauf an, er war sogar ein wenig zu weit gelaufen.

Wir essen leckere Pizza und Salat, ich noch ein hausgemachtes Pfirsicheis, Rainer Amarena. Dann dreht sich allmählich das Wetter, bzw ein Gewitter dreht sich stundenlang um den Ort herum. Entlang der gegenüberliegenden Bergkette, setzt zum Sprung an, bleibt aber doch in weiter Entfernung. Es donnert, es blitzt, drei Tropfen fallen. Es rumort weiter, aber bisher ist es so wie meist auf unserer Reise: wo wir sind ist schön.

Ob sich das heute noch ändert, erfahren wir morgen in diesem Theater.

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