Immer italienischer

– Biasca – Bellinzona –

Um 9 Uhr 20 Uhr geht es wieder los Richtung Bellinzona. Auf dem Weg begegnen uns immer öfter Palmen und auch Olivenbäume, Feigenbäume und auch Wein, der schon allmählich reif wird.

Gestern abend, nachdem ich eingeschlafen bin, gab es wieder ein Gewitter und Regen. Der Himmel ist heute bewölkt und die Temperatur bei nur 20°, zunächst ganz angenehm, aber bald ist es sehr drückend, die Luftfeuchtigkeit tropisch.

45cda728b02246df54eac8177523d2e2838ccc23cc578a32ef49f3e854c1547dEin wenig liegt das auch daran, dass wir am Ufer des Flusses Ticino entlang laufen. Es ist eigentlich mehr eine Befestigung mir großen unregelmäßigen Steinquadern als ein Weg, aber leidlich gut zu gehen.

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Herbstgefühle Anfang August

Sehr komisch mutet es mich an, dass hier der Weg teilweise übersät ist mit frisch gefallenem braunem Laub, die Trockenheit hat Tribut gefordert. Und so erinnert es teilweise mehr an einen Herbstspaziergang als an eine Wanderung Anfang August. Aber es sind natürlich noch genügend grüne Blätter an den Bäumen, um auch wiederun den Eindruck eines feuchten Dschungels zu haben, das Hemd klebt entsprechend an der Haut.

b687427837d2311a425633732f503235a74f67b1900d330cbdcf7beb27fa9975Neben uns rauscht der Fluß meistens laut genug, um das Getöse der Autobahn nebenan zu übertönen. Die LKWs stehen hier eh schon kilometerlang, womöglich bis zum Gotthard? Auch eine Auswirkung der deutschen Verkehrspolitik, über die die Schweizer bisweilen gerne schimpfen (bzgl. Gotthard-Basistunnel, der auf deutscher Seite noch keine entsprechende Anbindung hat).

Unser Weg zumindest war bisher unerwartet schön. Jedoch führt er jetzt näher an die Straßen heran und gleichzeitig bricht die Wolkendecke auf. Die Hitze ist augenblicklich so heftig, dass ich fast glaube, einen Schlag zu bekommen. Dann doch lieber feuchte Schwüle?

Gut, dass unser Ziel in greifbare Nähe rückt. Um unserer Knie zu schonen und weil die Strecke jetzt durch ein Dorf nach dem anderen führt, hatten wir schon gestern beschlossen, die zweite Hälfte mit dem Bus zu fahren. So steigen wir denn auch in Bosconia Cresciano ein und sind gegen 13 Uhr in Bellinzona, der italienischsten Stadt der Schweiz. Die Stadt gefällt mir von Anfang an.

Zunächst versuchen wir noch Reifenzubehör für Rainers Wägelchen (oder La Machina, wie er es liebevoll-respektvoll nennt) zu bekommen, jedoch vergebens, der Laden macht Ferien. Eine Stunde im weniger schönen Aussenviertel von Bellinzona vergebens.
Doch bald sind wir zurück im Zentrum und in der Altstadt, und hier ist es wirklich sehr schön. Und die Jugendherberge ist auch gleich um die Ecke. Hier checken wir gegen 14 Uhr ein und beziehen unsere Betten in einem 10 er Zimmer, mit sieben Leuten belegt.
Wieder das gleiche Ritual, duschen usw. ..

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Jugendherberge Bellinzona

Diesmal sitzen wir am Abend noch schwitzend zusammen bei kaltem Mineralwasser aus dem Automaten, relativ günstig für 2,50 CHF pro halber Liter, und planen die nächsten Etappen inklusive Unterkünfte.

Und die liegen zum Teil schon in BELLA ITALIA.

Das Land, wo Cappuccino und Gelati fließen.

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